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Wie hoch ist der Spareffekt bei Sachleistungen?

Updated: Jun 9, 2021

Nach § 8 Abs. 2 Satz 11 EStG dürfen Unternehmen ihren Mitarbeitern monatlich eine Sachleistung im Wert von bis zu 44 Euro (2022: 50 €) steuer- und sozialversicherungsfrei zukommen lassen. Eine bequeme und attraktive Nutzung dieser Regelung bieten Gutscheine oder Gutscheinsysteme. Nach der Neuregelung 2020 ist umstritten, was genau zulässig ist und was nicht. Klar ist aber: Sachleistungen per Gutschein bleiben ein Instrument, Mitarbeiter zu vergüten.


Gegenüber der Auszahlung per Bruttogehalt werden Sozialversicherung bei Arbeitgeber und Arbeitnehmer sowie Steuern beim Arbeitnehmer eingespart. Wie hoch ist der Spareffekt, wenn ich die Grenze von 44 € monatlich ausnutze? D.h. welche Kosten entstehen, wenn man den Arbeitnehmern 44 € per normalem Bruttogehalt in die Tasche stecken will?


Der Sachbezugsrechner berechnet den Effekt und zeigt auch auf, welche Faktoren eine Rolle beim Ergebnis spielen. Zunächst ist da die Sozialversicherung: Arbeitnehmer zahlen 2021 ca. 20% für Renten-, Krankenversicherung etc., wenn sie unterhalb der Beitragsbemessungsgrenzen liegen. Bei den Arbeitgebern kommen noch die U1 bis U3 Umlagen, der Beitrag für die gesetzliche Unfallversicherung und die Schwerbehindertenabgabe hinzu. Größenordnung in der gewerblichen Zeitarbeit: 25-28%.


Die dritte Stellgröße ist schließlich der Grenzsteuersatz des Arbeitnehmers. Er beschreibt, wie viel Netto-Cent von einem zusätzlichen Brutto-Euro übrig bleiben. Den Grenzsteuersatz kann man leicht hier ermitteln: bei einem gut verdienenden alleinstehenden Facharbeiter – nennen wir ihn Max – mit 20 € pro Stunde und 35 Stunden liegt er bei 25%. Von einem zusätzlichen Brutto-Euro behält Max 75 Ct. und gibt 25 Ct. an den Fiskus ab.


Wie viel kostet es also, dem Maxe 44 € netto auszuzahlen? Sage und schreibe das 2,1-fache, nämlich knapp 94 €! Der Effekt ist verblüffend und im Sachbezugsrechner dargestellt. Man braucht ca. 73 € als Bruttobetrag, damit nach Sozialversicherung und Steuer 44 € übrig bleiben. Auf diese 73 € dann noch einmal 28% Arbeitgeber-Beiträge und wir sind in der Nähe von 100 €.


Übertarifliche Bezüge als Sachleistung auszugestalten ist also definitiv eine interessante Option, mehr aus dem Geld zu machen.